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Das
technische Ziel dieses BMBF-Projektes (Förderkennzeichen 1711303)
besteht darin, das 3D-Drucken von keramischen Bauteilen direkt aus dem
CAD-Programm zu ermöglichen und das Verfahren in der keramischen
Industrie zu etablieren. Damit wird die Erzeugung von Urformen,
Modellen, Mustern und Prototypen ohne großen Zeit- und Kostenaufwand
möglich, so dass die Hürde zur Entwicklung und Realisierung „Neuer
Produkte“ drastisch reduziert wird. Anders als bei traditionellen
Verfahren, wie etwa Prototypen aus dem Vollen zu schnitzen oder durch
Sägen, Drehen, Bohren und Fräsen herzustellen, wird bei diesem
schnellen Verfahren des 3D-Druckens der Werkstoff schichtweise
aufgebracht und entsprechend der in Schichten zerlegten Konstruktion
mit einem Kleber verfestigt. Nach dem Druckvorgang wird der Prototyp
vom überschüssigen Pulver befreit und kann getrocknet, entbindert
und gesintert werden. Dabei auftretende Schwindungen und Verformungen
werden durch ein Geometrievermessungssystem erfasst. Die Ergebnisse
werden verwendet, um durch geeignete konstruktive Maßnahmen die gewünschte
Bauteilgeometrie zu erreichen und so Fehler auszugleichen.
Das wissenschaftliche Ziel besteht darin, einerseits mittels
3D-Druckens qualitativ hochwertige Produkte zu erzeugen und
andererseits die Auswirkungen der speziell zu konstruierenden inneren
Struktur auf die Geometrie des Bauteils zu untersuchen. Bauteile können
mit homogener Dichte oder als Schalen mit innerem Stützgerüst
erzeugt werden. Durch das Verfahren kann die Masse des Bauteils
deutlich reduziert werden. Dies ist z.B. für Flieg- und Fliehteile
mit hoher Dynamik sehr bedeutsam, aber auch für Produkte aus dem
Schmuck- oder Sanitärbereich. Andere Verfahren, gezielt einen inneren
Aufbau zu konstruieren, sind nicht bekannt. Infolge der Realisierung
einer CAD-Konstruktion können Kanalstrukturen,
Knochennetzwerkstrukturen, hohlwandige Filter, Gradientenstrukturen
und sonstige Hohlkörper hergestellt werden.
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Die
Aufgabe in diesem BMBF-Projekt (Förderkennzeichen: 1709201) bestand
darin, zu untersuchen, ob das Verfahren des Tiefziehens auf keramische
Folien zur Herstellung dünnwandiger Bauteile in Form von Schalen
erfolgreich angewendet werden kann.
Es wurden Ingredienzien für keramische Rezepturen gefunden, die der
Foliengießmasse ausreichende Plastizität analog der Eigenschaften
der Metallbleche und Polymerfolien mitgeben.
Die Keramikfolien wurden nach Aufbereitung des Schlickers auf einer
Foliengießanlage gegossen, unter Hauben verzögert getrocknet und in
Folienhüllen verpackt gelagert. Zur Erzeugung einer dreidimensionalen
Geometrie wird die keramische Grünfolie mit Hilfe geeigneter
Werkzeuge (Stempel, Niederhalter und Matrize) verformt oder – wie in
der Verpackungsindustrie üblich – durch mittels Vakuum in eine Form
gesogen. Es wurden Keramikfolien aus Al2O3, Al2O3 + ZrO2, ZrO2, SiC
und Si3N4 erfolgreich hergestellt und tiefgezogen. Verformungen bis
200% wurden realisiert. Die Systeme mit ZrO2 erwiesen sich als
optimal. Die Dichte lag bei diesen bei 90% der theoretischen Dichte.
Alle anderen Keramiken lagen bei ca. 75%. Die gemessenen
Festigkeitswerte waren unter Berücksichtigung der offenen Porosität
im normalen Bereich der Kennwerte. Die Extrapolation für Al2O3 auf
100% der theoretischen Dichte liefert Kennwerte um 500MPa. Die Gefüge
zeigen eine sehr gleichmäßige Porengröße und Verteilung. Das Gefüge
scheint optimal geeignet für Filtration im µm-Bereich. Mit Hilfe des
Tiefziehens können dünnwandige dreidimensionale keramische Schalenkörper
auf sehr einfachem Weg aus gelagerten Grünfolienbändern bei Bedarf (lean
production) hergestellt werden. Die mechanische Steifigkeit und
Stabilität kann durch Hinterfüttern mit Faserkörpern oder
Leichtbeton erreicht werden.
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